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Arm & Reich

Mehr Armut – mehr Reichtum, das ist kein Widerspruch ...

2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung


Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland hat sich weiter geöffnet:
Die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer.

Das ist die Quintessenz des 2. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, der Anfang März 2005 veröffentlicht wurde. Als „arm“ gelten danach Haushalte, deren Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens aller Haushalte liegt. Ende 2003 lag dieser Schwellenwert bei 938 Euro pro Monat für den Haupteinkommensbezieher. Für jedes weitere Haushaltsmitglied kommen 469 Euro hinzu. Besonders bedrohlich ist der starke Anstieg bei den Arbeitslosen von 33 auf 41 Prozent. Aber auch bei den Arbeitnehmer/innen ist der Anteil der „Armen“ gestiegen!
Insgesamt gelten elf Millionen Bundesbürger als arm. Der Verlust des Arbeitsplatzes birgt das größte Armutsrisiko.

Die Kehrseite der Medaille ist der wachsende Reichtum von Teilen der Gesellschaft.
Auf die oberen zehn Prozent entfallen 46,8 Prozent aller Vermögen, die unteren 50 Prozent müssen sich mit 3,8 Prozent des Vermögens zufrieden geben.

Personengruppen unterhalb der Armutsgrenze (938 Euro)

16 - 24 Jahre

50 – 64 Jahre

Männer

Frauen

Arbeitslose

Arbeitnehmer/innen

gesamt

1998

14,9

9,7

10,7

13,3

33,1

 5,7

12,1

 2003

19,1

11,5

12,6 

14,4

40,9 

7,1

13,5

Der Armutsbericht bezieht sich auf den Zeitraum 1998 bis 2003. Also die Zeit vor der so genannten Hartz-Reform. So Besorgnis erregend diese Zahlen auch sind, so sehr ist klar, dass das aktuelle Ausmaß der Armut schon sehr viel drastischer ist und im Zuge der Umsetzung von Hartz IV noch werden wird. Wenn die Politik hier nicht massiv gegensteuert, wird sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vertiefen, mit all den bekannten negativen Konsequenzen.

Quellen: einblick 2/05, newsticker@verdi.de/ Die Langfassung (370 Seiten) des 2. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, Lebenslagen in Deutschland, gibt es als Download unter www.bmgs.de