Brief an Frau Merkel

Am Montagabend, 02. Januar 2006, erreichte der Internetredaktion ein Brief, der an die Bundeskanzlerin Frau Merkel gerichtet ist. Der Brief ist mit ausdrücklicher Genehmigung vom Verfasser zur Veröffentlichung freigegeben. Wir unterstützen die vom Verfasser vorgeschlagene Aktion und bitten alle WASG-Mitglieder und Interessierten mitzumachen: "Sicherlich hast du dich über das Schreiben der Bundeskanzlerin und den Presserummel auch geärgert. Da ich im Landesvorstand der WASG-NRW für wirtschafts- und arbeitsmarktpolitische Themen zuständig bin, habe ich einige Fakten zusammengestellt und der Dame eine Erwiderung geschrieben. Es wäre schön, wenn du diesen Brief übernehmen und ebenfalls an diese Bundesregierung schicken würdest. Die sollen merken, dass wir uns in der Ablehnung dieser Politik einig sind! Anmerkung der Internetredaktion: Der Brief kann heruntergeladen und ausgedruckt werden, siehe am Ende des Briefes! Wenn du einen e-mail Zugang hast, schreibe an internetpost@bundeskanzlerin.de  Das ist keine große Anstrengung. Vielleicht kennst du ja auch noch Menschen, die diesen Brief ebenfalls unterschreiben können und sich an der Aktion beteiligen möchten. Mit solidarischem Gruß und den besten Wünschen für das Neue Jahr Bernhard Sander"

Sehr geehrte Frau Merkel,

Sie wollen also die Chancen nutzen, die in Deutschland stecken, damit Sie Ihren Wohlstand bewahren.  „Nur wenn unser Land stark und unsere Wirtschaft konkurrenzfähig ist, können wir all denjenigen, die unsere Hilfe brauchen, auch Hilfe geben“. Mal abgesehen davon, dass uns die Wirtschaft nicht gehört und Sie und Ihre Vorgänger die öffentlichen Betriebe verkaufen, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es hier nicht um Almosen geht sondern um unsere Rechtsansprüche als ArbeitnehmerInnen, als Menschen, die gearbeitet haben und  Erwerbsarbeit suchen.
Offenbar leben Sie in einem anderen Deutschland als wir.
 
Dieses Land ist wieder einmal Exportweltmeister - Wer hat etwas davon?


Für mehr Wachstum, aber auf dem Binnenmarkt

Wir brauchen also ein öffentliches Investitions- und Beschäftigungsprogramm, dass diesen Namen auch verdient: 125 Mrd. Euro in 5 Jahren für Modernisierung der Infrastruktur, Bildung und Wirtschaftsförderung Ost sowie Arbeitszeitverkürzung und einen öffentlichen Be-schäftigungssektor.

Für eine andere Zukunft – eine Zukunft ohne Sie!

Sie verweisen auf die Globalisierung und Europa, um Ihre Politik als notwendig darzustellen. Aber es bleibt eine Entscheidung von Politikerinnen wie Ihnen, wie man damit umgeht. Sie bestimmen frei über Ihre Agenda, d. h. die Tagesordnung.
Weil Sie in Ihrer Neujahrsansprache die Freiheit erwähnen, möchte ich Ihnen noch sagen, dass für die nichtvermögenden Schichten dieser Gesellschaft Freiheit erst da beginnt, wo wir nicht vollständig den Zwängen des Arbeitsmarktes unterworfen sind, erst dort, wo wir ein Recht auf ausreichenden Sozialversicherungsschutz im Alter oder bei Krankheit  haben, und wenn wir Zugang zu Bildung und Dienstleistungen unabhängig von der Höhe unseres Einkommens haben. Nur die Vermögensbesitzer können sich von der Krankenversorgung bis zum Hochschuldiplom alles auf den Märkten kaufen. Wir brauchen die Sicherheiten staatlich garantierter Rechtsansprüche, den Rest organisieren wir schon selbst.

Die Agenda-Politik, die Sie im Verein mit Ihren Vorgängern von der SPD fortsetzen, hat zu folgenden Befreiungsaktionen geführt:

„Überraschen wir uns damit, was möglich ist und was wir können!“ Ihre Agenda-Politik wird bei selbst geschaffenen Sparzwängen noch manche böse Überraschung für uns bringen.

Lassen Sie sich überraschen, zu was wir im Stande sind. Wir sind nicht länger nur eine miese Stimmung im Lande sondern wir haben eine klare Stimme: Im Bundestag mit der Linkspartei und auf den Straßen, wenn es sein muss. Wir sind ein anderes Deutschland!

Bernhard Sander
Ein einfaches Mitglied der WASG

Brief zum herunterladen und ausdrucken - einfach >>> hier >>> anklicken! Als Absender ist Rainer Sauer adressiert. Der Absender kann aber gerne individuell geändert werden!

Von wegen der Wirtschaft geht es schlecht...